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Mittwoch, 1. Februar 2017

Filmkritik: Lion

(C) Universum Film

Informationen:


Filmstart: 23. Februar 2017
Regie: Garth Davis
Cast: Dev Patel, Rooney Mara, Nicole Kidman,
David Wenham, Sunny Pawar

Länge: 119 Minuten

Trailer: Lion Trailer

Vorwort:


Obwohl bereits für 6 Oscars nominiert, erscheint "Lion" erst am 23. Februar 2017 in den deutschen Kinos. Unter anderem nominiert sind Dev Patel und Nicole Kidman als beste/r Nebendarsteller/in. Außerdem ist der Film in den Kategorien Bester Soundtrack sowie "Best Picture" nominiert.


Kurzinhalt:


Saroo ist ein 5 jähriger indischer Junge, der eines Tages seinen Bruder Guddu in ein Nachbardorf begleitet, wo dieser zur Nachtarbeit angestellt ist. Da Saroo zu Müde ist, um körperlich zu arbeiten, lässt Guddu ihn am Bahnhof zurück. Als Saroo wach wird macht er sich auf dem Bahngelände auf die Suche nach Rupien und Essensresten. Vor lauter Erschöpfung schläft er dabei in einem Zug ein und als er wieder aufwacht ist der Zug in Bewegung und die Türen sind verschlossen. Saroo's Abenteuer nimmt seinen Lauf. Viele Jahre später macht er sich auf die Suche nach seiner leiblichen Familie und ein weiteres Abenteuer beginnt für den mittlerweile erwachsenen Jungen.

Gute Laune Adé


Ein verlorener gegangener indischer Junge auf der Suche nach seinen Wurzeln. Das klingt nach Feel-Good Movie. Doch statt guter Laune zu verbreiten weiß Lion mit bedrückender Stimmung zu überzeugen. Saroo's Reise ist kein Zuckerschlecken, sondern bittere Realität und diese ist grauenvoll. Statt schöner Welt und Urlaubsfeeling vermittelt Lion eine Grundstimmung die an einem zehrt. Saroo nimmt einen mit auf die Reise. Man wird förmlich mitgerissen.

(C) Universum Film
Der kleine Saroo, gespielt von Sunny Pawar hat dabei die Fähigkeit sich direkt ins Herz der Zuschauer zu spielen. Ebenso wie Nicole Kidman. Bei fast jedem Auftritt ihrerseits kann man direkt die Taschentücher zücken. Eine absolut bewegende Vorstellung, die sie hier abgeliefert hat.

Garth Davis, der mit Lion sein Spielfilmdebüt als Regisseur gegeben hat und dessen Film  direkt als Bester Film für einen Oscar nominiert ist kann stolz auf sein Werk sein. Denn, wen dieser Film kalt lässt, der muss ein Herz aus Stein besitzen.

Der Soundtrack ist gut und in den meisten Fällen sorgt spätestens das Einsetzen der Musik dafür, dass die einige Dämme brechen. Allerdings wirkt dieser in einigen Szenen zu dominant und aufdringlich. Die persönliche Veränderung von Saroo im erwachsenen Alter kam sehr plötzlich und abrupt. Dies hätte man sicherlich besser ausspielen können. Ein Grund der dagegen gesprochen haben könnte ist vermutlich die Laufzeit. Immerhin hat Lion eine Dauer von satten 119 Minuten. Diese vergehen allerdings wie im Flug, sodass weitere 10 Minuten nicht weiter ins Gewicht gefallen wären.
(C) Universum Film

 

Fazit:


Lion ist ein wundervoller Film, der sich hinter einer düsteren Schicht aus Schmerz versteckt. Dieser Film ist hochgradig bedrückend. Obwohl oder gerade weil die Emotionen, die Lion erschafft so negativ sind, hat es Garth Davis geschafft die Zuschauer auf eine umwerfende emotionale Reise mitzunehmen.


Alles in allem ist Lion ein Film, der berührt. Deshalb gibt es emotionale 85%.

Dienstag, 9. Februar 2016

Filmkritik: Zoolander No. 2

(C) Paramount Pictures

Informationen:


Filmstart: 18. Februar 2016
Regie: Ben Stiller
Cast: Ben Stiller, Owen Wilson, Penélope Cruz

Länge: ca. 100 Minuten

Trailer: Zoolander No. 2

Vorwort:


Fünfzehn lange Jahre mussten die Fans von Derek Zoolander und seines besten Freundes Hansel warten. Doch das warten hat nun ein Ende, denn mit Zoolander No. 2 - Lange nicht geZehen erscheint am 18. Februar 2016 die heiß ersehnte Fortsetzung der wohl beliebtesten Mode Ikone in den deutschen Kinos.

Kurzinhalt:


Etliche Stars sterben und es gibt eine Verbindung zwischen den Morden. Jeder der verstorbenen hat vor seinem Ableben ein Selfie mit "Blue-Steel" Blick veröffentlicht. Valentina, ehemaliges Bademodemodel und Interpol-Agentin, versucht die Morde aufzuklären. Obwohl sich Derek und Hansel zur Ruhe gesetzt haben erhalten beide ein Fashionangebot aus Rom, wo die beiden vollkommen ungewollt in die ganze Sache mit hineingezogen werden.

Lange nicht geZehen


In die High Society der Fashionwelt schaffen es nur wenige. Durchsetzen können sich noch weniger. Derek Zoolander ist einer von Ihnen. Er ist DAS Male-Model schlechthin. Nicht umsonst hat er den "Male Model of the Year“-Award gewonnen. Doch nach einem tragischen Unglück, bei dem er seine geliebte Frau verloren hat, dreht er der Modewelt und allen anderen den Rücken zu. Die Frage, die man sich stellen muss lautet wie folgt: Kann man nach solch einer langen Fashionabstinenz so mir nichts dir nichts wieder auf den Laufsteg zurück? Die Antwort könnte klarer  nicht sein. Ja, kann man.

(C) Brendon Thorne/Getty Images for Paramount Pictures
Derek und Hansel sind wahrlich meisterhaft inszenierte Charaktere, die nicht besser verkörpert werden könnten als von Ben Stiller und Owen Wilson. Vorallem mit ihrer Mimik wissen die beiden zu verzaubern. Ohne Worte  schaffen es die beiden zum Lachen zu animieren. Das Problem ist nur, dass es nicht weniger lustig wird sobald die beiden anfangen zu sprechen. Selten sieht man solch ein  Gagfeuerwerk, bei dem ein Witz nach dem anderen zündet.

Selbstverständlich funktioniert dies nicht über die gesamte Spiellänge des Films. Nach einem fulminanten Start hat man zwischenzeitlich das Gefühl, dass womöglich die Gags ausgegangen sind. Bis es zu einer weiteren wortgewandten Unterhaltung zwischen Zoolander und Hansel kommt. Leider sind darüberhinaus einige Szenen absolut vorhersehbar, wodurch der ein oder andere Plot-Twist garnicht so twistig ist. Zoolander No. 2 dürfte aber auch ein wahrer Augenschmaus für Cameo-Freunde sein, denn in Zoolander No. 2 darf kommt es zu wahrlich sehr amüsanten Auftritten.

Fakten zu "Zoolander No. 2":


- Eddie Murphy hatte Interesse daran geäußert in Zoolander No. 2 mitzuspielen. Dazu entwarf er den "Black Iron"-Blick

- Die Dreharbeiten für Zoolander No. 2 haben 4 Monate gedauert.

- Ben Stiller und Owen Wilson traten bei einer Modeschau von Valentino auf, um zu bestätigen, dass Zoolander No. 2 tatsächlich erscheinen wird.

Fazit:


Völlig überspitzte Charaktere, Klischees mit denen um sich geworfen wird und eine Gagdichte, die seinesgleichen sucht. Dazu der Charme von Hansel und Derek, die mit ihrer Gestik das Publikum verzaubern. Viel zu meckern gibt es nicht. Freunde des ersten Zoolander werden den zweiten garantiert lieben.

Für mich eine der besten Komödien, die ich seit einiger Zeit gesehen habe, daher gibt es für Zoolander No. 2 auch eine absolut überragende 90%.

Marius M. über "Zoolander No. 2":


Trash par excellence: Zoolander 2 startet mit enormen Gag-Tempo und bremst, überraschender Weise, (fast) den gesamten Film über nicht ab. Im Mittelteil wurde es mir dadurch etwas zu ab- und aufgedreht, was sich gegen Ende aber wieder sehr verbesserte. Wer absolut keine Lust auf eine großartig, absurde und skurrile Trash-Komödie hat, sollte Zoolander 2 fernbleiben – alle anderen: anschauen!

8 von 10 Ritterhelmen

Dienstag, 22. April 2014

Was lief am Osterwochenende

Hallo Filmfreunde,

das Osterwochenende ist schon wieder vorbei. Ich hoffe Ihr habt die Feiertage genossen. Vor Ostern habe ich die letzte Ausgabe des Blu-Ray Magazins in die Finger bekommen und dachte mir, dass so ein verlängertes Wochenende genau der richtige Zeitpunkt ist sich ein paar notierte Filme anzusehen und um genau diese Titel handelt es sich bei "Was lief am Osterwochenende".


Banshee Staffel 1


 

Nachdem ich diesen Seriennamen in den vergangen drei Wochen zweimal gehört habe konnte ich einfach nicht anders und musste mir die komplette erste Staffel der Serie Banshee ansehen. Alles was ich im Vorfeld gehört habe war: "Die Serie ist echt mega brutal." und ja, das ist sie. Aber fangen wir mit der Handlung an. Es handelt sich um einen Ex-Knacki, der nach 15 Jahren Haft wieder auf freien Fuß und bei Suche nach seiner Komplizin in die Kleinstadt Banshee kommt. Durch einen Zwischenfall gelingt es ihm sich als neuer Sherriff der Stadt auszugeben. Erstaunlicherweise kommt er damit durch. Obwohl Banshee nur eine Kleinstadt ist wird es dort nie langweilig. Kleinkriminelle, die einen Laden ausrauben, Geiselnahmen, Banden, die für Unruhe Stiften. Alles kein Problem für Sherriff Hood, der ordentlich die Keule schwingt. Dabei kassiert er selbst jedoch so viele Schläge und Tritte, dass es mehr als kurios ist, dass er in jeder neuen Folge wieder Fit wie ein Turnschuh und ohne jeglichen Kratzer ist. Am Ende kommt es dann zu einem riesigen Showdown. Actiontechnisch lässt die Serie also keinerlei Zweifel aufkommen. Die Story ist ein etwas verwoben und wird durch immer wiederkehrende Flashbacks entwirrt. Leider gibt es immer wieder Logiklöcher. So wird in einer Folge Bude während eines Kampfs komplett auseinandergenommen und am nächsten Tag ist alles repariert und in Ordnung oder was mir besonders aufgefallen ist, dass ein S.W.A.T. Mitglied versucht den Puls eines Opfers mit dem Daumen zu messen. Leider wird es eine zweite Staffel geben. Die Serie hatte bis zur letzten Folge das Potenzial nach der ersten Staffel alles mehr oder minder schlüssig zu beenden. Stattdessen hat man im Staffelfinale drei oder gar vier Baustellen geöffnet, um die zweite Staffel einzuläuten. Das hätte nicht sein müssen. Banshee war für mich eine der Serien, die man nach der ersten Staffel perfekt zum Ende hätte bringen können. Ich befürchte, dass die zweite Staffel sehr enttäuschend wird.
Wer also auf knallharte "Hau ihm auf die Fresse" Action steht, wird mit Banshee sehr glücklich.

The Reluctant Fundamentalist



Auf diesen Film habe ich mich am meisten gefreut und war sehr gespannt was kommen würde. Nachdem mich (Harodim) enttäuscht hat, war ich mir sicher, dass "The Reluctant Fundamentalist" besser ist.
In der Handlung geht es darum, dass ein amerikanischer Professor, der an der Universität von Lahore unterrichtet, entführt wird. In einem Video fordern die Entführer die Freilassung von hunderten muslimischen Gefangenen sowie 700.000 USD. Nach der Entführung trifft sich der amerikanische Journalist Bobby Lincoln mit Professor Changez unter dem Vorwand, er schreibe einen Artikel über Pakistans neue militante Akademie, in einem Café. In dem Interview erzählt Changez, der verdächtigt wird für die Entführung verantwortlich zu sein, seine Geschichte.

Wichtig zu erwähnen finde ich, dass sowohl Drehbuch als auch Romanvorlage vom pakistanischem Schriftsteller Mohsin Hamid stammen. Regie führte die Inderin Mira Nair. Es wurde zwar im Produktionsteam und bei der Besetzung auf Hollywood zurückgegriffen, doch im Grunde scheint es sich hier um ein Werk zu handeln, dass nicht amerikanisch geprägt ist. So bekommt man mit "The Reluctant Fundamentalist" eine Sicht auf die Vorkommnisse rund um den 11. September, die in Hollywoodproduktionen oft nicht zu sehen sind. Stattdessen wird die Geschichte des Pakistani Changez, der in den USA studiert hat und bei einem führenden Finanzunternehmen tätig ist, erzählt. Es wird die Generalverdächtigung aller muslimischen Menschen in den USA aufgegriffen. Es geht um das seelische Befinden, der Betroffenen. "The Reluctant Fundamentalist", was auf deutsch soviel heißt wie: "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" ist sehr anspruchsvoll. In dem Interview sagt Changez, dass Bobby sich seine Geschichte von Anfang bis Ende anhören soll. Am Ende des Films hört sich Bobby das aufgenommene Interview erneut an und ich denke, dass man den Film auch mehrmals sehen muss um all das gesehene in seiner vollen Gänze aufnehmen zu können. Dieser Film ist aufgrund der fremden Sichtweise sehr erstaunlich gewesen. Es ist sehr faszinierend die Charakterentwicklung von Riz Ahmed, der Changez spielt, zu sehen. Es wird wiedergegeben wie sich der Teufelskreis des Hasses bildet und prägt. Auf der anderen Seite geht es um Vertrauen. Zu guter Letzt regt "The Reluctant Fundementalist" zum diskutieren an. Das liegt unter anderem daran, dass er viele Probleme anspricht, aber nicht alles bis zum Ende auflöst, sodass sich jeder selbst fragen kann, wie die Handlungen zu interpretieren sin.
Mich hat dieser Film auf jeden Fall überzeugt, auch wenn er an wenigen Stellen etwas langatmig wurde und ich empfehle in an jeden, der mit der Thematik rund um den 11. September etwas anfangen kann.
Von mir gibt es ganze 77%

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs




Nachdem ich mal ein Apple gerät hatte, würde ich mir nie wieder eins kaufen. Dennoch bin ich natürlich für die Geschichte von Apple, bzw. für seinen Gründer Steve Jobs interessiert. Am Ende wurde meine Meinung über den Menschen bestätigt. Er war ein Arschloch, aber das ist ja weitläufig bekannt. Der Cast der hier gewählt wurde ist wahrlich gelungen. Im Abspann erscheinen Fotos, die die realen Personen dem Cast gegenüberstellen und die Ähnlichkeiten sind absolut verblüffend. Der Film selbst vermittelt einige Fakten, die einem außenstehendem sonst wohl unbekannt bleiben. Aus filmischer Sicht bleibt dieses Biopic allerdings auf der Strecke. Da hat es bei der Konkurrenz in Form von "The Social Network" oder "Inside WikiLeaks" besser funktioniert. Wer also ein paar, durchaus interessante, Fakten rund um Steve Jobs erfahren möchte, für den wird das ganze sehenswert sein, alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen. 
Von mir gibt es dafür also lediglich 55%.

The Garden of Words



Es ist schon lange her, dass ich mir mal einen Anime angesehen habe und noch länger, dass es ein Animefilm war. Daher bin ich mit viel Vorfreude an dieses Werk heran gegangen. Denn neben dem Studio Ghibli ist Makoto Shinkai, einer der sich langsam aber sicher zu den ganz Großen mausert. In "The Garden of Words" dreht sich alles um den 15-jährigen Takao und um eine fremde Frau namens Yukari. Takao schwänzt an regnerischen Tagen die erste Stunde, um sich im Park unter einen Pavillon zu setzen, die Ruhe zu genießen und Entwürfe zu zeichnen. Bei Yukari dagegen weiß man nicht so recht was sie im Park macht, allerdings genießt sie die Kombination aus Bier und Schokolade. Die gesamte Geschichte erzählt sich im Dialog zwischen diesen beiden Personen. Mit einer länge von gerademal 46 Minuten ist dieser Film recht kurz und erinnert eher an eine Serienepisode. Die Animationen sind ein echtes Kunstwerk. In den ersten Sekunden habe ich gar nicht realisiert, dass es sich hier um einen Animationsfilm handelt. Die Story ist sehr tiefgehend und ein irgendwie poetisch. Leider muss ich gestehen, dass ich die Message wohl nicht ganz verstanden habe. Nichtsdestotrotz fand ich das Gesamtwerk sehr interessant und beeindruckend. Eventuell gibt es ja unter euch jemanden, der mit die Message dieses Stücks erläutern kann? 
Von mir gibt es hierfür jedenfalls 70%


Looper



Schon ein etwas älterer Film, der mir schon mehrfach ans Herz gelegt wurde. Eigentlich wollte ich mir "The Act of Killing" ansehen, aber diese Doku habe ich bereits nach 6 Minuten wieder ausgemacht. Diese Arte Doku hätte wohl meine Sichtweise auf die Welt ändern sollen, aber irgendwie hat sie mich nicht mitgenommen. Stattdessen habe ich also "Looper", mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willig, gesehen. Regie führte Rian Johnson. Aufgrund dessen, dass in meinem Umfeld nur in den besten Tönen über Looper gesprochen wurde, war die Erwartungshaltung selbstverständlich ziemlich hoch. Leider muss ich sagen, dass mich der Film nicht überzeugen konnte. Bei der Umsetzung des durchaus interessanten Plots fehlt mir vor allem der innere Zwist, des Hauptprotagonisten, wie es wohl ist sein älteres ich zu erschießen. Bruce und Joseph liefern hier natürlich beide eine sehr solide Partie ab, aber am Ende fehlt einfach das gewisse etwas und deswegen gibt es hier von mir lediglich 65%

Sonntag, 19. Januar 2014

Filmkritik: The Wolf of Wall Street


Informationen:


Filmstart: 16. Januar 2014
Regie: Martin Scorsese
Cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew Mconaughe

Länge: ca. 180 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Trailer: The Wolf of Wall Street

Vorwort:


Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio. Das ist wie Johnny Depp und Tim Burton in gut. Die beiden arbeiteten bereits in Filmen wie "Shutter Island" und und "Departed - Unter Feinden" zusammen. So ist es kein Wunder, dass Martin Scorsese den talentierten Leonardo DiCaprio auch zu seinem nächsten Streich mit ins Boot holte. "The Wolf of Wall Street" wird sowohl von den Fans sowie den Kritikern hoch gelobt. 5 Oscar Nominierungen unterstreichen dabei die Qualität von "The Wolf of Wall Street". Eine Oscarnominierung erhielt unter anderem Leonardo Di Caprio als bester Hauptdarsteller. Den Golden Globe als besten Hauptdarsteller hat er sich für "The Wolf of Wall Street" bereits einheimsen können. Doch wird es auch für den ersten Oscar bei der vierten Nominierung reichen?

Kurzinhalt:


"The Wolf of Wall Street" ist ein Biopic des Jordan Belford. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, doch träumte stets vom großen Geld. Er entschied sich an die Wall Street zu gehen. Nach seiner Ausbildung wurde er Arbeitslos gründete jedoch kurz darauf seine eigene Maklerfirma mit dem Namen Stratton Oakmont. Schnell stieg sein Vermögen und er wurde von der Gier gepackt. Parties, Drogen und Geld regierten sein Leben und sorgten für einige Turbolenzen.

Der Wolf von der Wall Street


Vom Tellerwäscher zum Millionär. Viele träumen davon, doch die wenigsten können von sich behaupten, es geschafft zu haben. Jordan Belford, gespielt von Leonardo DiCaprio, ist einer von Ihnen. Doch so verlockend Macht, Geld und Erfolg auch sind. Sie bringen ebenfalls Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und den Verlust für die Realität mit sich. "The Wolf of Wall Street" ist der Spitzname von Jordan Belford und er ist einer von denen, der den Versuchungen nicht standgehalten hat. Parties, von denen jeder Project-X Schauspieler neidisch gewesen wäre. Freizügig gekleidete Frauen, wie man es nur aus einem Stripclub kennt. Drogenkonsum, wie man ihn nur ... nein, so was hab ich noch nicht erlebt.

Leonardo DiCaprio verkörpert Belford in allen Lagen seines Lebens. Vom gut bürgerlichem Mann zum angehenden Makler, über den Party-Hengst zum selbstüberheblichen "James Bond Bösewicht" hin zum gewalttätigen und abgewrackten Drogenjunkie. Jede Sekunde seiner Schauspielerei nimmt man ihm ab. Er liefert hier wieder eine Vorstellung, die seinesgleichen sucht. Neben ihm Jonah Hill. Da fragt man sich, ob die Besetzung von ihm in einen solchen Film passt. Die Antwort ist: irgendwie schon. Wer allerdings glaubt, dass er hier eine zutiefst ernste Rolle einnimmt, der irrt sich gewaltig. Jonah ist einer von diesen Jungs zu denen man sagen könnte, dass er nichts ernst nehmen kann und immer alles ins lächerliche zieht. Aber genau das passt zu diesem Film. Denn Scorsese zieht, in "The Wolf of Wall Street", die Unterhaltung des Zuschauers häufig der Ernsthaftigkeit vor. Doch genau das ist es, was diesen Börsenfilm von allen anderen abhebt. Hier geht es nicht nur um Zahlen und Fakten. Nein, hier geht es um das Leben eines Mannes der sein Leben in Saus und Braus lebt und dabei auch mal ordentlich auf die Kacke haut und genauso ist "The Wolf of Wall Street". Nicht einfach nur einen Joint rauchen, sondern gleich die ganze verdammte Plantage in Rauch aufgehen lassen. Nicht einfach nur eine Stripperin bestellen, sondern gleich das gesamte Rotlichtviertel einfliegen lassen. "The Wolf of Wall Street" strotzt einfach nur so von Übertreibungen. Doch wohin mit dem Geld wenn man nicht weiß wohin damit.

Trotz stolzer drei Stunden Filmlänge verfliegt die Zeit wie im Fluge. Es gibt höchsten 3  Passagen, die etwas langatmig sind. Doch auch diese sind nach kurzer Zeit überstanden und es geht weiter mit einer rasanten Fahrt im Leben eines abgehobenen Reichen. Die gesamte Inszenierung samt Cast ist grandios. Was einen hier erwartet sind drei satte Stunden purer Unterhaltung.

Fakten zu "The Wolf on Wall Street":


- Martin Scorsese kündigte auf seiner Promo-Tour zum Film an, dass seine Karriere als Regiesseur sich dem Ende neigt.

- Für Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese ist "The Wolf of Wall Street die fünfte Zusammenarbeit.

- Der wichtigste fuckt ist allerdings: "The Wolf of Wall Street" hält in der Originalfassung den Rekord an "fucks" in einem Film. Insgesamt fällt das Wort laut Wikipedia 569 mal in nur 3 Stunden! Wenn das mal nicht abgefuckt ist.

Fazit:


Also fassen wir noch mal zusammen. Es geht um einen jungen Mann, der von heute auf morgen Unmengen an Geld verdient. Partie- und Drogenexzesse in Hülle und Fülle. vulgärer Humor aus der Maschinenpistole und das alles wird abgerundet durch schauspielerisches und darstellerisches Talent der Extraklasse. Bis auf mangelnde Ernsthaftigkeit gibt es kaum etwas zu meckern und deswegen kann ich nur eine absolute Empfehlung für "The Wolf of Wall Street" aussprechen. In zahlen macht das dann eine 82% Wertung


Aus einer anderen Kritik kennt Ihr das ja schon, dass ich gerne meine Kinobegleitung zu Wort kommen lasse. Deswegen gibt es hier noch ein etwas ausführlichere Fazit.

Benjamin N. über "The Wolf of Wall Street":


Was wäre, wenn Raoul Duke und Dr. Gonzo nicht nach Las Vegas gefahren wären, sondern versucht hätten, von New York aus Unmengen von Menschen mit nahezu wertlosen Wertpapieren um ihr Erspartes zu bringen? Ungefähr das zeigt Martin Scorseses neuester Film "Fear and Loathing in New York", äähhh "The Wolf of Wall Street".

Was Scorsese in diesem Film an ausufernden Partys, Drogenexzessen, Orgien und unzähligen Salven an derbem Humor abfeuert, sucht zumindest innerhalb des Mainstream Unterhaltungskinos seinesgleichen. Dabei schafft er es trotz seiner drei Stunden Dauer, kaum Längen aufkommen zu lassen. Was unter anderem an der für Scorsese ungewohnten Gag-Dichte liegt. Darüber hinaus bietet DiCaprio eine seiner besten Performances seines Schaffens.

Soweit so gut ... Was den Film jedoch davon abhält, in einer Liga mit Scorseses Meisterwerken wie "Casino" oder "Good Fellas" zu spielen ist, dass es dem Film an Ernsthaftigkeit, Tiefgang oder gar Systemkritik mangelt. Vielmehr liegt der Fokus auf der Darstellung eines Super-Hedonisten und seines ausufernden Lebensstil. Wer sich daran nicht stört sieht möglicherweise den unterhaltsamsten Film des Jahres, sofern er sich an vulgärem Humor nicht satt lachen kann

Ich verleihe achteinhalb von zehn erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen.

Dienstag, 5. November 2013

Filmkritik: Fack Ju Göthe

Informationen:


Filmstart: 07. November 2013
Regie: Bora Dagtekin
Cast: Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Katja Rieman, Jana Pallaske, Farid Bang

Länge: ca. 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Trailer: Fack Ju Göthe

Vorwort:


Bora Dagtekin und Elyas M'Barek haben bereits mit "Türkisch für Anfänger" eine erfolgreiche Komödie kreiert, die vor allem jugendliche anspricht. "Fack Ju Göthe" ist der nächste Streich der beiden und auch dieses mal scheinen die Zeichen auf grün zu stehen für eine erfolgreiche Komödie. Ich selbst habe vor Ewigkeiten mal einen Trailer geschaut und bin absolut unvoreingenommen zur Lokalpremiere in Berlin gegangen. Und soviel sei schon mit dem jugendlichem Wortstil vorweg genommen: Ich kam aus dem Rofln nicht mehr raus.

Kurzinhalt:


Zeki Müller (Elyas M'Barek) hat nicht viel im Leben erreicht. Nachdem er aus dem Knast entlassen wird versucht er an sein verstecktes Diebesgut zu kommen. Dummerweise wurde auf dem Schulgelände, wo das Geld vergraben ist, eine Turnhalle gebaut. "Glücklicherweise" ist der ehemalige Hausmeister gestorben und Zeki entscheidet sich kurzer Hand sich auf die Stelle zu bewerben um an das Geld zu gelangen. Doch das Bewerbungsgespräch endet unverhofft in einer Stelle als Lehrer. Als wäre das nicht schon bitter genug, gelangt Zeki über Umwege an die Chaosklasse der 10b. Doch die Suche nach dem Geld kann beginnen.


Die Leiden des jungen Zeki


Jeder kennt die üblichen Schubladen im Leben. Cooler Typ, Nerd, möchtegern Schönheit, Streber, Freaks und so weiter und sofort. Genau mit diesen Schubladen spielt auch Bora Dagtekin in "Fack Ju Göthe". Einmal kurz die Schubladen zusammen gewürfelt, kräftig durchgeschüttelt und was am Ende heraus kam wurde auf die die Leinwand gebracht. Das geht hier vom völlig zerstörten Drogenkonsumenten, den Nerds, die nervös werden, sobald sie von einem Mädchen angesprochen werden, weiter zu den nicht resozialisierungsfähigen Knackis bis hin zur Weltverbesserungsreferendarin. Viele Schubladen, viele Klischees treffen hier in einer komplett überspitzten Variante zusammen. Genau das ist es was "Fack Ju Göthe" ausmacht. Das Spiel mit den Vorurteilen. Allerdings nicht nur herabschauend, sondern viel mehr als getarnte Sozialkritik. Denn statt nur zu kritisieren versucht Bora Dagtekin die Vorteile eben dieser Personen hervorzuheben. 
"Fack Ju Göthe" schafft es durch diese Kombination einen Lacher nach dem anderen aus den Bauchmuskeln zu kitzeln. Dabei macht das Niveau der Witze gerne einen Ausflug zum sexistischen oder gar dem Fäkalhumor. Auf der einen Seite könnte man dies nun kritisieren. Auf der anderen Seite wird derzeit fast jede Komödie deshalb kritisiert. Doch Bora Dagtekin klatscht diese Art von Humor nicht einfach nur so dahin, sondern schafft es, dass es irgendwie charmant wirkt.
Der sozialkritische Teil des Film wird durch die Geschichte vorangetrieben. Diese suggeriert, dass man mit Leidenschaft, Willen und Zuwendung die Menschen erreichen kann, die von allen abgeschrieben wurden. Seien es die Schüler der 10b oder Zeki selbst.


Fazit:


"Fack Ju Göthe" ist eine kleine Wundertüte. Zunächst ist man sehr skeptisch und denkt sich "schon wieder so eine deutsche Komödie, na das kann ja was werden", doch am Ende kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Doch der Humor hat viele Facetten und so kann man diesen Film auch nicht jedem empfehlen. Er ist verdammt sexistisch, benutzt Kraftwörter im Überfluss und überspitzt wo es nur geht. Das ganze verbunden mit einer sozialkritischen Ader, die Fehler aber auch einen möglichen Lösungsansatz aufzeigt. Alles in allem ein Kinobesuch, der sich mehr als lohnen kann.

Das macht von mir 86% -> denn Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Eure Meinung:


Ihr habt Fack Ju Göthe gesehen? Wie fandet Ihr den Film? Was war euer Lacher des Films? Schreibt es in die Kommentare!

Sonntag, 20. Oktober 2013

Filmkritik: Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt

Informationen:


Filmstart: 31. Oktober 2013
Regie: Bill Condon
Cast: Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu, Alicia Vikander, Stanley Tucci

Länge: ca. 128 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Trailer:Inside WikiLeaks

Vorwort:


Aufgrund der Medienberichte um WikiLeaks, dürfte mittlerweile jeder von uns bereits von WikiLeaks gehört haben. Doch wenn wir ehrlich sind können vermutlich die wenigsten genau erklären worum es bei diesem Projekt geht/ging und was der Gedanke dahinter ist. Ich wusste, dass es um Transparenz geht. Doch da hörte es mehr oder weniger schon wieder auf. Genau deswegen war ich gespannt was "Inside WikiLeaks" zu bieten hat. Ich habe gehofft, dass man sich hier ein wenig an "The Social Network" hält, um dem Zuschauer einen Blick auf das Große und Ganze zu geben.

Kurzinhalt:


"Inside WikiLeaks" erzählt die Geschichte um die Webseite WikiLeaks und wie Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg diese Plattform zu dem gemacht haben was sie ist. Während Julian Assange der Kopf des Projektes ist, fungiert Daniel Domscheit-Berg als zielstrebiger und engagierter "Jünger". Doch nach den ersten großen Leaks macht sich Euphorie breit und die Kritiken an dem Projekt wecken erste Zweifel auf. Denn obwohl WikiLeaks eine gute Sache verfolgt, werden moralische Fragen zu einem immer wichtigerem Thema, da man durch einige Leaks auch Menschenleben in Gefahr bringt und so entstehen Machtkämpfe innerhalb der WikiLeaks Community.

To Leak or not to Leak:


Das ist eine der großen Fragen in "Inside Wikileaks". Allerdings weniger darum ob geleakt wird, sondern eher wie viel man von Original leaken sollte. Julian Assange sagt, dass alles geleaked werden müsse um das vertrauen, der Whistleblower nicht zu verlieren. Die Allgemeinheit sagt, man sollte soviel leaken, um Misstände aufzudecken, sollte jedoch Personen, die in den Dokumenten genannt werden schützen. Eine moralische Frage, die zum denken und zum diskutieren anregt.

Der Cast ist der Hammer. Seien es Daniel Brühl, Benedict Cumberbatch oder Laura Linney. Sie alle machen hier einen guten Job. So gut, dass selbst der grandiose Moritz Bleibtreu ausnahmsweise nicht als Überflieger da steht. Leider wird man vorallem zu Beginn des Films häufig aus Szenen herausgerissen. Es gibt wahnsinnig schnelle Sprünge, die nicht nur in eine andere Szene sondern gleich um ein paar Monate und in ein anderes Land übergehen. Dadurch verliert man vor allem zu Beginn des öfteren den Überblick. Das liegt daran, dass man trotz der langen Laufzeit etwas über zwei Jahre in die zwei Stunden hinein bekommen musste. Da der größte Leak erst gegen Ende des Films passiert, wurde so Zeit gespart, um sich hinten raus auf die moralische Frage fokussieren zu können. Gegen Ende bekommt "Inside Wikileaks" eine komplett andere Dynamik. Man könnte sagen, dass der Film vorher eine dokumentarische Ader hatte, in dem Meilenstein um Meilenstein abgearbeitet wurde und nun der Übergang zum Film gelungen ist. So schaffte man es Anfangs viele Informationen und Hintergrundwissen zu verpacken und am Ende den Zuschauer mit einer gewissen Dramatik zu verwöhnen.

Dadurch schafft "Inside WikiLeak" das, was ich mir erwartet habe. Es gab eine Menge Informationen zu dem ganzen drum herum von WikiLeaks. Das ganze war so verpackt, dass es nie langweilig wurde. Es gab Denkanstöße und neue Sichtweisen, über die ich mir bislang gar nicht im klaren war. Ebenfalls fand ich es besonders interessant wie Bill Condon die Submission Plattform - Das Netzwerk / die Grundfesten von WikiLeaks - dargestellt hat. Ein riesiges Großraumbüro gefüllt mit Akten von Whistleblowern und WikiLeaks Mitarbeitern, die diese auf Echtheit prüfen. Einige der Anwesenden haben bei dieser Darstellung nur mit dem Kopf geschüttelt. Ich jedoch finde diese Darstellung mehr als gelungen und für jemanden der mit "Netzwerken" nichts anfangen kann absolut verständlich wiedergegeben.

Wer "The Newsroom" kennt wird verstehen, weshalb die für mich beste Szene in den Büros des Guardien spielt. Diese Dynamik, die man in Nachrichtenabteilungen zum Leben erwecken kann ist gigantisch. So auch hier. Man spürt förmlich wie die Luft brennt. Wie jeder an der Sache arbeitet. Das ist neben "The Newsroom" das zweite mal, dass ich dieses Gefühl in einer Nachrichtenredaktion in dieser Form erlebt habe.

 

Fazit:


Überzeugende Schauspieler, eine sehr reizvolle Geschichte mit moralischem Hintergrund, die zur Diskussion anregt. Das alles macht WikiLeaks zu einem interessanten Film. Besonders hervorzuheben ist, dass sich Bill Condon bei diesem Film nicht für eine Seite entscheiden wollte. Stattdessen wollte er etwas neutrales schaffen bei dem sich jeder seine eigene Meinung bilden soll. Das hat er meiner Ansicht nach geschafft. "Inside WikiLeaks"spiegelt viele Punkte wieder, die klar für WikiLeaks sprechen, aber ebenso Punkte die gegen die absolute Transparenz sprechen. Alles in allem ist der Film dadurch sehr ausgewogen. Aber man sollte beachten, dass der Film auf zwei Büchern basiert. Eines davon ist von Daniel Domscheit-Berg, wodurch die gesamte Sichtweise auf WikiLeaks in eine Richtung gedrängt wird, die nicht mehr ganz so neutral ist, auch wenn es so scheint.
Es gab vor allem zu Beginn des Films einige Schwächen, wie die schnellen Standortwechsel / Szenenwechsel, die den Film oftmals sehr auseinanderreißen. Vorallem die Schauspieler muss man auf der positiven Seite nennen. So kann man also sagen, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch das Gesamtwerk durchwachsen ist.

Dementsprechend gibt es hier von mir durchaus gute 75%

Eure Meinung:



Mich würde natürlich wie immer auch eure Meinung interessieren. Wie steht Ihr zu WikiLeaks und wie fandet Ihr "Inside WikiLeaks"?


Freitag, 27. September 2013

Filmkritik: World War Z

Informationen:


Regie: Marc Foster
Cast: Brad Pitt, Erik West, Matthew Fox, David Morse

Kino Start DE: 27.06.2013
DVD/Blu-Ray Start: 7. November 2013
Länge: 123 Minuten (Im Extended Cut)
FSK: 16

Amazon Link: World War Z - Extended Action Cut [Blu-Ray]

Vorwort:


Egal wie gut Warm Bodies auch war. Ich freue mich, dass wir es hier wieder mit hirnlosen und mordlustigen Zombies zu tun haben. Denn seien wir ehrlich, Zombies sind nicht dafür erschaffen worden sie gern zu haben. Und deswegen habe habe ich mich sehr auf World War Z gefreut.

Kurzinhalt:


Gerry Lane (Brad Pitt) ist ein ehemaliger UN-Mitarbeiter, der im Interesse sein Leben nun als Hausmann führt um bei der Familie zu sein. Auf dem Weg zur Schule bricht plötzlich Hektik aus. Ein erhöhtes aufkommen an Hubschrauber und Polizei. Es gibt Explosionen und Panik macht sich breit. Die Stadt wird von Zombies angegriffen. Durch seine Erfahrung aus Kampfeinsätzen für die UN schafft es Gerry seine Familie aus der Stadt zu schaffen. Ihm bleibt keine andere Wahl als sich der UN wieder anzuschließen um herauszufinden, wie man gegen die Zombie-Pandemie ankämpfen kann.

Mutter Natur ist eine Serienmörderin


Ob Grippe, Pocken oder Pest. Viren und Bakterien töten schon seit Jahrhunderten Menschen. Doch das Zombievirus dürfte schlimmer sein, als alles davor gewesene. Die Mutation mit der wir es in World War Z zu tun bekommen ist eine besonders schlimme Art. Denn die Zombies hier sind wahnsinnig schnell. Sie reagieren auf Lärm und wenn Sie die Verfolgung aufgenommen haben gibt es entweder einen neuen Zombie oder einen Zombie weniger. Marc Foster kreiert in World War Z mit seinen Zombies eine unglaubliche Spannung. Eine Spannung die förmlich zu greifen ist. Sobald die Untoten in einer Szene mit im Spiel sind weiß man, dass nun alles passieren kann.

Die Inkubationszeit des Viruses benötigt lediglich eine knappe halbe Minute. Dadurch verbreitet sich das Virus in dicht bevölkerten Gebieten rasend schnell und es gibt kaum eine Möglichkeit zur Flucht. Hier handelt es sich um leblose Wesen, die die absolute Bedrohung ausstrahlen und wahnsinnig gut in Szene gesetzt wurden.

Auf der anderen Seite die Menschheit. Anders als in anderem Endzeitszenarien sieht man hier keine große Armee, die aus dem nichts auftaucht, um die Untoten zu bekämpfen. Die meisten Menschen sind sich selbst überlassen. Wichtige Personen werden zu Flugzeugträgern auf hoher See geflogen eskortiert. Man bekommt den Eindruck, dass alles sehr schnell und unvorbereitet passierte. Man möchte sogar meinen, so könnte es sich eventuell tatsächlich abspielen bei einer Zombieinvasion.


Storytechnisch gibt es ein ständiges auf und ab. Gerry hat einen Hinweis und geht im Nach. Zwischen dem alten Hinweis und dem neuen Hinweis gibt es Zombies, die ihm und seinen Begleitern den gar ausmachen wollen. Das zieht sich bis zum Ende durch. Das klingt im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär, jedoch sind sämtliche Orte gut durchdacht und bieten aufgrund der unterschiedlichen Bedrohungslage neue mögliche Szenarien, die das ganze Abwechslungsreich gestalten.

Nicht so positiv aufgefallen ist vorallem, dass Gerry ein übertrieben hohes Maß an Glück und Schmerzresistenz hat. Wenn man so viele Unfälle überlebt. Kaum Kratzer abbekommt und bei einer schweren Verletzung kurz darauf wieder rennen kann wie ein junger, dynamischer Athlet. Dann wirkt das ganze doch etwas weit hergeholt und lässt den Faktor "Das kann ich mir vorstellen" wieder sehr schnell in den Keller treiben. Auch die Dialoge fühlen sich teilweise sehr gezwungen an und nicht sonderlich authentisch.

Fazit:


World War Z hat gezeigt, was Resident Evil zuletzt nicht geschafft hat. Und zwar das Zombiefilme verdammt noch mal eine bedrohliche Grundstimmung benötigen. Eine Stimmung, die einen förmlich in den Sessel presst. Trotz kleinerer Makel ist World War Z ein gelungener Film, der den Hauptkonkurrenten links liegen lässt und an ihm vorbeizieht und sein eigenes Ding macht.
Das macht dann in der Wertung ganze 75%

Eure Meinung:


Wie fandet Ihr World War Z? Was haltet Ihr von Zombies die eine riesige Mauer erklimmen? Ist das too much oder sind das einfach nur innovative Zombies? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Sonntag, 1. September 2013

Filmkritik: You're Next

You're Next US-Plakat

Informationen:


Kinostart: 7. November 2013

Regie: Adam Wingard
Cast: Sharni Vinson, Nick Tucci, Wendy Glenn, Joe Swanberg, AJ Bowen
Laufzeit: 95 Minuten

Trailer: You're Next

Vorwort:


You're Next wurde dieses Jahr in der Closing Night des Fantasy Film Festes 2013 in Berlin gezeigt. Ich selbst war bislang - Schande über mein Haupt - noch nie auf dem Fantasy Film Fest, obwohl man nur gutes von diesem Event hört. Dementsprechend bin ich ziemlich gespannt gewesen auf You're Next. Trailer gucken war für mich Tabu, denn nur unvoreingenommen und ohne jegliche Erwartung kann ein Film sein gesamtes Potential ausschöpfen.

Kurzinhalt:


Aubrey und Paul laden ihre Kinder und deren derzeitigen Lebensabschnittspartner/in in das weit abgelegene Ferienhaus um die Familie wieder zusammenzuführen. Das macht dann ein Familientreffen mit 10 Personen. Obwohl zunächst alles wie immer abläuft wird die Familie beim Familienessen aus heiterem Himmel angegriffen. Nun geht es ums nackte Überleben.

Looking for the Magic


Bereits die Eröffnungssequenz lässt den Blutdruck ins unermessliche steigen und stimmt die Zuschauer mit einem Schockerlebnis auf das ein was noch kommen wird. Doch was bietet You're Next? Zum einen Spannung bis zur allerletzten Sekunde. Sehr lustige Dialoge, die die Lachmuskeln fordern. Eine Hauptdarstellerin, die als Kind gern McGuyver geschaut hat. Und nicht zu vergessen - wenn ich mich nicht verzählt habe - 15 Personen, die sterben.

Babe, I said i come back


Was wiederkam waren die Schockmomente. Es ist das Spiel mit der Angst. Wann wird es wieder passieren? Eigentlich hat man doch bereits alles gesehen. Und wir alle wissen genau wann etwas passiert. Und doch schafft es Adam Wingard, dass das komplette Kino zusammenzuckt. Nicht nur ein oder zweimal, sondern immer und immer wieder. Mal ist es nur ein einfaches zucken. Doch an zwei Stellen war der ein oder andere dem Herzinfarkt ziemlich nah. Was ebenfalls immer wieder vorkam war ein Raunen in der Menge. Ein: "Yeah Baby you did it again!" gefolgt von Jubel und Applaus. Das ganze drum herum im Kino macht You're Next zu einem Kinoerlebnis der besonderen Art.

 

First Kill, Double Kill, Monster Kill, Godlike


Sharni Vinson zeigt, dass Sie nicht nur gut tanzen kann. In You're Next zeigt Sharni, dass Sie auch mit Hammer, Messer, Mixer, Schraubenzieher usw. usw. umgehen kann und dabei mehr als eine gute Figur macht. Nach diesem Film dürfte es in der Fanpost eine Menge Heiratsanträge geben. Step Up 3 war bislang ihre größte Rolle, doch in You're Next konnte sie sich selbst wieder ein paar Stufen nach oben hieven. Eine absolut tolle Vorstellung von ihr.

Fazit:


Was gibt es zu You're Next viel zu sagen? Ich bin ohne Erwartungen, aber mit viel Hoffnung zur Closing Night des Fantasy Film Festes und die Hoffnung, sowie die nicht vorhandenen Erwartungen wurden um Meilen, oder gar Galaxien geschlagen. You're Next schockierend, mitreißend und charmant. Häufig kritisiere ich an Filmen, dass sie nicht von Anfang bis Ende durchziehen, sondern irgendwann den Faden verlieren. Das passiert hier nicht. Im Gegenteil. You're Next zieht von der ersten bis zur absolut allerletzten Sekunde durch. Und das mit der letzten Sekunde kann man wörtlich nehmen. In dem Sinne hat das Fantasy Film Fest einen neuen Fan gewonnen und Ihr bekommt eine klare "geht ins Kino" Empfehlung.

In Prozent macht das ganze: 95 % als Horrorfilm und 85% als Film ansich.

Samstag, 27. Juli 2013

Filmkritik: Assault on Wall Street

Informationen:


DVD / BD Start: 27.09.2013
Regie: Uwe Boll
Cast: Dominic Purcell, Erin Karpluk, Edward Furlong
FSK: 16
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Trailer: YouTube
Amazon Link:  Assault on Wallstreet

Kurzinhalt:


Durch die Finanzkrise haben viele Menschen ihr gesamtes erspartes verloren. Jim und Rosie sind zwei von ihnen. Jim arbeitet als Fahrer eines Geldtransporters in einer Sicherheitsfirma. Rosie ist schwer krank und benötigt teure Therapien. Doch nach der Finanzkrise weigert sich die Versicherung für die Behandlung weiterhin aufzukommen. Nachdem Jim erfährt, dass all seine Ersparnisse von seinem Investmentberater in den Sand gesetzt wurden versucht er alles um die Rechnungen bezahlen. Nachdem er jedoch auch noch seinen Job verliert und anschließend seine Frau sinnt es ihm nur noch nach Rache.

Vorwort


Am 22.07.2013 hatte ich die Gelegenheit Uwe Bolls neusten Streifen Assault on Wallstreet zu sehen. Uwe Boll war höchstpersönlich vor Ort und leitete den Film mit folgenden Worten ein: "Wer von Filmen wie Wall Street 2 und The Margin Call enttäuscht war, dem könnte dieser Film gefallen." Da fühlte ich mich doch direkt angesprochen, denn weder der eine, noch der andere konnte mich überzeugen. 

An Uwe Boll Film


Man könnte Assault on Wall Street für einen Found Footage Film halten, da man es hier dauerhaft mit einer Wackelkamera zu tun hat. Was im ersten Moment sehr komisch wirkt, bringt eine gewisse Dynamik mit sich. Obwohl der Beginn sehr ruhig und gemächlich ist wirkt die Anfangsphase durch die bewegten Bilder nicht so trocken. Ganz im Gegenteil. Ich hatte eher das Gefühl, dass mich diese "neugewonnene" Dynamik mitgetragen hat. Denn obwohl sich zunächst alles auf die beiden Hauptdarsteller konzentrierte, um die Geschichte der beiden zu aufzubauen, wurde es nicht ermüdend. Die Beziehung zwischen den beiden und deren Handlungen waren sehr authentisch und nachvollziehbar. Es fällt mir gar nicht leicht es zu sagen, doch der erste Teil des Films war für mich ein absoluter Genuss.


Und dann, dann kam die Wende und alles zu Ende


Doch ein Uwe Boll Film wäre kein Uwe Boll Film, wenn er nicht unkonventionell wäre. Und so beginnt das Schiff irgendwann zu sinken. Man merkt, wie die Dynamik verloren geht. Es werden gewisse Szenen immer und immer wieder wiederholt. Es kommt das Gefühl auf, dass Lücken irgendwie gefüllt werden mussten. Der Realismus bleibt auf der Strecke. Und so beginnt das Paradoxum, dass ich in der Art keinesfalls erwartet hätte. Obwohl nun der Teil kommt in dem das Tempo angezogen wird und die Action beginnt fühle ich mich, als würde der Bus nun ohne mich weiterfahren.

Fazit


Meine Erwartungen waren sehr niedrig. Umso überraschter war ich, dass mich Assault on Wall Street komplett mitgenommen hat zu Beginn. Das lag definitiv an Domenic Purcell, der hier vermutlich eine seiner besten Rollen gespielt hat. Umso ernüchternder war es dann, als sich das Blatt gewendet hat. Ein Kollege meinte zu mir: "Bei diesem Film ist es Schade, dass Uwe Boll sich seine in Ansätzen gute Arbeit immer selbst kaputt macht." Das passt einfach wie die Faust aufs Auge. Assault on Wall Street zeigt die Finanzkrise aus einer anderen Perspektive als die üblichen Filme, die dieses Thema behandeln. Das Potenzial war enorm doch leider konnte Uwe Boll es mal wieder nicht schaffen einen durchgehend stimmigen Film auf die Leinwand zu zaubern. Dennoch muss man sagen, dass der Film keine absolute Niete ist.

Das macht in Prozent eine Wertung von 62%

Eure Meinung ist gefragt:


Was haltet Ihr von der Idee eines Film, der sich um die Betroffenen der Finanzkrise handelt und nicht um die Verursacher?

Sonntag, 2. Juni 2013

Filmkritik: Halo 4 - Forward unto Dawn

Allgemeine Infos:


Laufzeit: ca. 90 Minuten
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: dts-HD 5.1 (deutsch und englisch)
Wendecover: vorhanden

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=KuBgH9yHKbA

Verkaufsstart: 31.05.2013
Amazon-Link: Halo 4 - Forward unto Dawn

Vorwort:


Spielverfilmungen sind häufig zu recht verpönt, denn es gibt nicht viele Spielverfilmungen, die etwas taugen. Mit Halo 4 - Forward Unto Dawn kommt der Master Chief auf die große Leinwand. Ich selbst habe keinen einzigen Halo Teil gespielt. Mir wurde aber gesagt, dass der Master Chief ne ziemlich coole Sau sein soll und ich hoffe, dass er es auch im Film sein wird. Der Trailer verspricht jedenfalls ne menge Action.

Kurzinhalt:


Die Menschheit befindet sich in einem Bürgerkrieg. Auf der einen Seite befinden sich die Rebellen, die gegen die Regierung demonstrieren. Auf der anderen Seite steht das United Nations Space Command, das seit Jahren die Galaxy erforscht und neue Planeten Kolonisiert. Halo 4 Forward Unto Dawn spielt auf Corbula in der Militärakademie des UNSC. Die jungen Offizieranwärter trainieren für den Einsatz gegen die Rebellen. Doch als die Akademie von Außerirdischen angegriffen wird, bekommt der Krieg ein völlig neues Gesicht.

 

Für Axiom


Nach dem Trailer habe ich ein Actionspektakel erwartet. Doch Halo 4 - Forward Unto Dawn ist nur sehr begrenzt ein Actionfilm. Die meiste Zeit des Film geht es um die Ausbildung der Offiziersanwärter. Es wird viel auf die verschiedenen Typen des Squads eingegangen. Allen voran dem Hauptcharakter Thomas Lasky. Dieser findet, dass es andere Wege als Waffengewalt geben sollte um den Krieg mit den Rebellen zu beenden. Durch sein Querdenken gerät er immer wieder in Probleme innerhalb der Gruppe. Alles ist ziemlich gemächlich und das Tempo sehr niedrig. Einzig bei den Übungseinsätzen, die immer wieder stattfinden, kommt ein wenig Schwung ins ganze. Die ruhigen und schnelleren Szenen wechseln sich stetig ab, bis die Akademie angegriffen wird. Ab diesem Zeitpunkt bekommt man das geboten, worauf man sich nach dem Trailer eigentlich gefreut hat.

Der Master-Chief


Nicht nur, dass nun endlich der Master-Chief auftaucht um die jungen Anwärter zu retten. Stattdessen sehen wir stellenweise wirklich furchteinflößende Aliens. Allgemein sind die Spezial Effects sehr gut gemacht. Diese kommen auch nicht von irgendwoher. John Sullivan, der für die Visual Effects bei The Pacific verantwortlich war hatte hier seine Finger im Spiel. Für die Kostüme waren Legacy Effects verantwortlich. Das sind die Jungs und Mädels, die die Kostüme u.a. für Avatar und The Hunger Games entworfen haben. Die Atmosphäre wird von der Optik getragen. Aber auch der 5.1 dts-HD Sound macht einiges her. Man merkt, wieviel Mühe man sich hier gegeben hat und das lohnt sich auf jedenfall.

 

Fazit:


Bei der Recherche zu dem Film habe ich gesehen, dass es diesen - als fünfteilige Miniserie - in englischer Sprache auf YouTube zu sehen gibt. Ebenso ist diese Serie auf der Limitierten Halo 4 (Spiel) Edition mit drauf. Da hab ich mich gefragt, weshalb man das nun auf eine Blu-Ray packt und verkauft. Ein Grund, weshalb es sich lohnt den Film zu kaufen sind definitiv, die Special Effects und der bombastisch gute 5.1 Sound, den man auf YouTube definitiv nicht findet. Zum zweiten gibt es hier die deutsche Sprachfassung.
Zum Film selbst. Halo-Fans, die die Serie bereits kennen und für gutbefunden haben, werden in der Blu-Ray Variante nochmal ein bisschen mehr Spaß haben.Die schauspielerischen Leistungen der Jungschauspieler sind durch die Bank weg ganz gut. Trotz des schleppenden Starts bekommt man gegen Ende einen gehörigen Adrenalinschub. Mit ordentlich Action und Aliens, die verdammt genial aussehen und sehr gut animiert sind.
Doch im großen und ganzen dürfte diese Film eben ein Nischenprodukt für Fans der Serie sein. Dem übliche Sci-Fi bzw. Actionfan wird etwas fehlen. Entweder das quäntchen Sci-Fi oder die zu geringe Action. Deswegen gibt es heute einfach mal 2 Wertungen für den Film.

Halo Fans kommen um den Film nicht vorbei, alleine da er die Story des Spiels erweitert. Das macht für Fans der Serie 90%

Für alle anderen ist es eine weitere nicht befriedigende Filmumsetzung die einiges richtig macht, aber am Ende irgendwo in der Mitte hängen bleibt und weder das eine noch das andere völlig ausschöpft. Daher nur 60%

Eure Meinung:


Was haltet Ihr generell von Spielverfilmungen? Welche sind eurer Meinung nach besonders gut und welche besonders schlecht? Bin auf eure Meinung gespannt.

Sonntag, 19. Mai 2013

Filmkritik: Fast & Furious 6

Fast and Furious 6 Plakat

Informationen:


Kinostart:23. Mai 2013
Regie: Justin Lin
Cast: Vin Diese, Dwayne Johnson, Paul Walker, Luke Evans, Michelle Rodriguez, Sung Kang, Jordana Brewster

Laufzeit: 130 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Trailer: Fast and Furious 6


Kurzinhalt:


Nach dem Coup in Rio ist die Crew über den Globus verstreut. Doch trotz der 100 Millionen, die das Team kassiert hat scheint keiner so richtig glücklich zu sein, denn sie sind immer auf der Flucht. Währenddessen ermittelt Hobbs gegen eine Gruppe von Elite-Fahrern, die mit einer unglaublichen Präzision auf Raubtour sind. Neben dem ehemaligen SAS-Agenten Owen Shaw steht Doms große Liebe Letty. Die einzige Chance für Hobbs, Shaw zu fassen, ist es Dom und seine Crew um Hilfe zu bitten. Da Dom glaubte, dass seine Letty tot sei, kann er gar nicht anders als zu helfen, um dem ganzen auf den Grund zu gehen.

Vorwort:


Im Vorfeld zu Fast and Furious 6 habe ich mir alle fünf "Vorgänger" angesehen. Vorgänger mit Anführungszeichen, da der dritte Teil - Tokyo Drift - erst nach dem sechsten Teil spielt. Ich finde es erstaunlich wie alle Teile in einander übergreifen. Wie Anspielungen aus anderen Teilen in neuen Teilen und umgekehrt aufgegriffen werden und die Fast and Furious Filme ein echtes Komplettpaket bieten. Der siebte Teil spielt direkt nach dem dritten Teil und ich könnte mir gut vorstellen, dass die Reihe anschließend fortgesetzt wird. Doch würde ich mir noch einen Teil wünschen der zwischen dem zweiten und vierten Teil spielt. Denn dazwischen liegen noch 5 Jahre von denen man nicht so wirklich weiß, was passiert ist. Abgesehen davon, das Domenic sich abgesetzt hat und Brian O'Conner zum "Profi" Straßenrennenfahrer wurde.
In den sechsten Teil habe ich mich mit gemischten Gefühlen gesetzt. Auf der einen Seite habe ich mich gefreut und auf der anderen Seite dachte ich mir: "Der Trailer ist noch soviel unrealistischer als es der fünfte schon war. Das wird wohl eine große Enttäuschung."

Domenic Toretto gegen Owen Shaw

Fahr oder Stirb


Das Motto von Domenic Toretto, gleich nach dem Familiensinn. Das Beste nehme ich gleich mal vorweg. In Fast and Furious 6 gibt es wieder viel mehr geile Karren, Rennen und oben drein noch mehr Action als im fünften Teil der Reihe. Man sitzt im Kino und gleich zu Beginn hört man das dröhnen der Motoren. Gleich mit dem ersten Rennen startet Fast and Furious 6. Man wird direkt hineingezogen. Kurve links Kurve rechts. Einen Gang weiter. Man weiß, hier ist man richtig. An den Klippen von Teneriffa entlang erinnert das ganze ein wenig an Tokio Drift (den für mich besten Teil der Reihe). Man kann nicht leugnen, dass die Gänsehaut hoch kam. Ein absolut genialer Opener.

Über die Story in Fast and Furious 6 wird im Trailer eigentlich kaum etwas erwähnt, abgesehen davon, dass Letty anscheinend noch lebt. Doch wie ist das überhaupt möglich? Das wird sehr schön erzählt. Immer wieder wird in der Geschichte auf die anderen Teile eingegangen. Es gibt eine Wendung mit der man absolut nicht rechnet, die aber ein gewaltigen AHA-Effekt in einem auslöst. Und auch wenn schon seit geraumer Zeit feststeht, wer der Bösewicht im siebten Teil werden wird ist der Teaser / der Übergang zum siebten Teil gut inszeniert gewesen.

Die Action hat im Vergleich zum fünften Teil nochmal zugenommen. Der fünfte Teil war eigentlich nur noch ein reiner Actionfilm, der mit den restlichen Fast and Furious Teilen nicht viel am Hut hatte. Im sechsten Teil jedoch wurde - wie ich finde - ein sehr guter Kompromiss zwischen Action, heißen Karren und Autorennen gefunden. Man hat eine gute Mischung, bei der eigtl. nichts zu kurz kommt. Dazu kommt dann noch, dass es sich bei der Crew um Domenic Toretto um richtige Charaktere handelt, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten. So kommt es, dass man neben den bereits angesprochenen Punkten auch noch gehörig was auf die Lachmuskeln bekommt. Denn jeder ist für einen guten Spruch zu haben.

Die Action entfaltet sich selbstverständlich wie bei den Vorgängern durch die tolle Soundkulisse. Leider war dies Justin Lin's (vorerst) letzter Fast and Furious Teil. Denn nach dem grandiosen dritten Teil ging es immer weiter in Richtung Action und das Rennenfahren wurde immer mehr vernachlässigt. Hier hat er nun endlich die richtige Mischung gefunden. So kann man nur hoffen, dass die Prioritäten des neuen Regiesseur sich nicht komplett zum sechsten Teil ändern.

Die Crew wieder vereint

Nicht alles was glänzt ist Gold


Leider gibt es bei Fast and Furious 6 einen unglaublich großen Kritikpunkt von mir! Warum zur Hölle hat man die Realität / die physikalischen Gesetzmäßigkeiten so außen vor gelassen? Ich saß teilweise im Kino und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Das große Finale beispielsweise - ohne zu viel verraten zu wollen - ist so was von absurd inszeniert, dass bei der Endszene jeder im Kino gelacht hat. Allerdings nicht weil es so lustig war, sondern rein wegen der Absurdität. Wobei ich gestehen muss, dass man über die Szene am Ende noch einigermaßen hinwegsehen kann. Doch bei ein bis zwei Szenen ist dies definitiv nicht möglich. Das ist wirklich schade und zieht Fast and Furious 6 für mich ein wenig runter. Diese teilweise Übertreibungen sind tatsächlich mein einziger Kritikpunkt an diesem Film. Doch dieser Punkt wiegt für mich sehr schwer.

Fazit:


So, dann fassen wir mal zusammen. Geile Unterhaltung. Geile Action. Geile Autos. Geile Schauspieler. Und nur ein richtig dicker Kritikpunkt.
Mir wurde gesagt: "Realität hast du jeden Tag mehr als genug. Da kann das im Kino schonmal übertrieben sein."
Auf der anderen Seite hat Benjamin Jaworsky mal sinngemäß gesagt: "Bei einem Film, der in der heutigen Zeit spielt und sich nicht in der Zukunft bewegt, muss es einfach realistisch sein. Da er sonst seine komplette Glaubwürdigkeit verliert."
Im Grunde stimme ich dem Herrn Jaworsky auch komplett zu. Doch so einfach ist es dann oftmals doch nicht. Ja - ich saß mit Kopfschütteln im Kino und Ja ich fand es zu übertrieben. Doch ... dieser Film ist einfach unterhaltung pur und ich hatte mordsmäßigen Spaß.
Daher gibt es für Fast and Furious 6 von mir ganze 85%.

Fazit 2:


Da alleine ins Kinogehen langweilig ist hier noch das Fazit meiner Begleitung:
Eigentlich reichen mir ein paar Worte, um zu beschreiben, warum ich den Film toll finde: 
1. Vin Diesel
2. Tolle Autos.
Das wäre jedoch ziemlich subjektiv und kein wirkliches Fazit. Also versuche ich es mal anders.
Obwohl es nun schon der sechste Teil ist, hat es der Regiesseur Justin Lin trotzdem geschafft einige unerwartete Wendungen einzubauen. Ja es gab sogar einen Moment, in dem ich wirklich kurz zusammengezuckt bin. Außerdem werden einige offenen Fragen beantwortet, die man vielleicht aus den Vorgängern mitgenommen hat, sodass man auch zu seinem Aha-Erlebnis kommt.
Einerseits gibt es in Fast and Furious 6 nicht so viele Straßenrennen, wie man es vielleicht von den ersten Teilen gewöhnt ist, andererseits hat man mit den Militärfahrzeugen neue Spielzeuge gefunden, auch wenn die Szenen teilweise ziemlich unreal wirken. Insgesamt hat es eher den Charakter einer Verbrecher-Jagd.
Nichtsdestotrotz fand ich den Film toll und ich habe echt mitgefiebert, was die Tränchen in meinen Augen am Ende bestätigen können. Man könnte sagen, es ist ein muss als Fan der Reihe auch den sechsten Teil zu schauen. Alle anderen jedoch könnten womöglich schon genervt sein, da es genau genommen immer um das Gleiche geht. Die Jagd zwischen Gut und Böse mithilfe von schnellen Autos, wobei die Rennen - wie gesagt - etwas zu kurz kommen. Der siebte Teil ist bereits für nächstes Jahr angekündigt, weshalb man die Genervtheit bzw. das Desinteresse durchaus verstehen kann. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er sich auf diese Reihe einlässt. Ich jedenfalls freue mich auf 2014 und den 7. Teil.

Eure meinung:


Habt Ihr euch Fast and Furious angesehen bzw. wollt Ihr ihn euch ansehen? Was hat euch am meisten gefallen / gestört, bzw. worauf freut Ihr euch am meisten?
Lasst mir nen Kommentar da, ich freu mich auf eure Sicht der Dinge!

Dienstag, 7. Mai 2013

Filmkritik: Iron Man 3

Info:


Kinostart: 01. Mai 2013
Regie: Shane Black
Cast: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Sir Ben Kingsley, Guy Pearce

Laufzeit: 131 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Vorwort:


Tony Stark alias Iron Man. habe die beiden Vorgänger hier stehen. Habe sie selbstverständlich auch gesehen. Doch um ehrlich zu sein konnte ich Iron Man nicht so viel abgewinnen. Für mich steht Iron Man (mehr als Transformers) für ein Actionspektakel mit bombastischem Sound und einem unsympatischem Typen in Rüstung. Das gute daran - wenn man ohne Erwartungen ins Kino geht kann man nicht enttäuscht werden.

Kurzinhalt:


Die USA hat einen neuen Feind. Einen Terroristen der mehrere Anschläge in kurzer Zeit auf dem Boden der Vereinigten Staaten ausführen lässt. Immer gefolgt von einer Fernsehübertragung, direkt an den Präsidenten gerichtet. Die ganze Welt fragt sich warum Iron Man nicht unternimmt und in einem waghalsigem Interview kündigt Tony Stark an, dass er den Mandarin töten wird und er keine Angst habe. Obwohl der Mandarin ihm in die Schranken weist kommt Iron Man ihm nach und nach auf die schliche.

"Wenn du jemandem den Hintern rettest, sei kein Depp, sei doch einfach cool, sonst halten dich alle für nen Angeber."


Marvel ist mittlerweile jedem ein Begriff. Nicht nur in den Comicregalen sondern auch was Film angeht. Doch irgendwie ist jeder Marvel Film gleich. Wir haben einen Helden. Der hat einen Bösen Gegner und mittendrin werden Witze gerissen um die Atmosphäre aufzulockern. Auch bei Iron Man 3 ist der Trend den Marvel mit den letzten Filmen ging weiter zu sehen. Viel Action mit noch mehr Witz um die Atmosphäre aufzulockern. Das macht saumäßig Spaß und bietet nebenbei noch was fürs Auge. Tony Stark ist so extremst eingebildet, großspurig, überheblich. Trotzdem mag man ihn einfach, auch wenn man nicht genau weiß warum. Doch neben seiner abgehobenen Art leidet er seit geraumer Zeit an Panikattacken, die ihn regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Da wir hier über einen Superheldenfilm sprechen kann man fast sagen, dass wir über die Story nicht groß reden brauchen. Denn der Superheld hat eine Frau. Der Bösewicht hat etwas gegen den Superhelden. Worauf das hinausläuft dürfte mittlerweile relativ klar sein. Doch Iron Man 3 bietet einige Wendungen mit denen man absolut nicht rechnet. Da der Film über eine Zeitspanne von 13 Jahren handelt gibt es auch unterschiedliche Charaktere, dessen Laufbahn zwar nicht aufgeschlüsselt wird, aber immerhin angeschnitten wieso sich was wie entwickelt hat. Ich halte die Story von Iron Man 3 für mehr als solide. Leider werden hier und da immer kleine Fragen offen gelassen und auch das Ende wirkt trotz Abschluss nicht ganz aufgeklärt.

Wie bereits in den Vorgängern darf man vom Sound einiges erwarten. Das kracht und knallt, dass sich nicht nur die Balken biegen. Auch visuell wurde sich viel mühe gegeben. Ich weiß nicht ob es nur am 4k 3D Beamer des IMAX lag oder ob die Qualität allgemein so hoch ist. Doch die 3D Effekte, vorallem während des Final-Battles sind enorm. Vom Audiovisuellem lander Iron Man 3 bei mir direkt auf Platz 2. 

Fazit:


Nachdem ich viel negatives gehört habe bin ich absolut ohne Erwartungen ins Kino gegangen und wurde, wen wirds wundern, positiv überrascht. Ich bin immernoch kein Iron Man Fan, aber audiovisuell wurde mir, wie in den Vorgängern, sehr viel geboten. Die Story war mehr als nur solide, trotz der offenen Fragen am Ende. Marvel üblich ne Menge zu lachen und wofür ich Marvel wirklich danken will: Für mich gehört der Abspann zum Film. Im besten Fall mit nem geilen Soundtrack nochmal den gesehenen Film Revue passieren lassen und wieder zurück in die Realität kommen. Gestern im Kino sind alle sitzen geblieben. Alle haben auf die letzten Sekunden nach dem Abspann gefreut. Bis auf einer, der ist aufgestanden und hat sich bei allen entschuldigt, aber er müsse seine Bahn bekommen. Das ist einfach Kino wie es immer sein sollte.

Alles in allem kann ich Iron Man 3 nur empfehlen. Man sollte, wie immer, keine zu hohen Erwartungen mitbringen. Am Ende ist es einer von vielen Marvel filmen, der Spaß macht. Wenn Ihr Iron Man geil findet, werdet Ihr den Film geil finden. Wenn Ihr Marvel Filme liebt, werdet Ihr auch Iron Man 3 lieben. Wenn Ihr mit dem ganzen Superhelden gedöns nichts anfangen könnt, dann könnt Ihr euch auch Iron Man 3 sparen.

In Prozent ausgedrückt bekommt Iron Man 3 von mir 85%.

Samstag, 13. April 2013

Filmkritik - Oblivion

Kinostart: 11.04.2013
Regie: Joseph Kosinski
Cast: Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough

Länge: 125 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=ax2jfYYSAV0

Kurzinhalt:


Außerirdische haben den Mond der Erde zerstört. Es folgten Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche. Die Natur ist aus ihren fugen gerissen worden. Als die Erde direkt angegriffen wurde konnte die Menschheit sich nur noch mit Atomwaffen verteidigen. Die Erde ist unbewohnbar. Nur einige wenige befinden sich noch auf der Erdoberfläche. Der restlichen Überlebenden befinden sich auf einer Raumstation namens TED im Orbit der Erde. In 2 Wochen haben Jack Harper und seine Offizieren ihren Dienst vollendet und sie sollen zu den anderen kommen. Trotz einer Sicherheitslöschung aller Erinnerungen scheint Jack sich an Bruchstücke seiner Vergangenheit zu erinnern. Nachdem Jack bei einem Raumschiffabsturz eine überlebende retten, gerät seine Welt aus den Fugen.

Sind Sie ein effektives Team?


Die meiste Zeit wird von einem effektivem Team gesprochen. Meiner Meinung nach war das Team eher schwach und es wurde eher eine One-Man-Show zelebriert. Es fängt bereits damit an, dass Oblivion mit einem Monolog von Tom Cruise beginnt. Ein Monolog, der mir direkt einen kleinen Schauer über den Rücken gejagt hat und dabei sollte es auch nicht bleiben. Es folgten weitere Monologe mit Untermalung des grandiosen Soundtracks von M83. Doch so sehr ich das Gefühl nicht loswerde, dass mir ein Tom Cruise mit heroischem Blick, musikalischer Untermalung und epischem Monolog reichen würde für einen guten Film. So besteht der Oblivion eben nicht nur aus solchen Szenen.
Neben Tom Cruise war da noch Mr. Morgan Freeman. Er sitzt da auf dem Stuhl mit der Zigarre in der Hand und nimmt die komplette Szene für sich ein. Leider war er immer nur kurz mit von der Partie und hatte extrem wenig Screentime. Olga Kurylenko, war anwesend. Dabei blieb es dann aber auch und Andrea Riseborough hat mich komplett genervt. Es gibt gleich zu beginn eine Szene zwischen Tom und Andrea, die so was von unnötig war. Die den Film keinen Zentimeter vorangebracht hat und mich einfach nur abgenervt hat.
Allgemein ist Oblivion mit über zwei Stunden nicht gerade kurz und häufig wirkt er etwas langatmig. Für gewöhnlich finde ich es gut, wenn ein Film auch mal etwas länger ist. Solange die Unterhaltung da ist, macht es ja auch Spaß. Hier war es allerdings so, dass die Unterhaltung aufhörte und man nur noch mit schönen Landschaften und einer grandiosen Szenerie berieselt wird. Das sieht zwar alles fantastisch aus, doch manchmal war es dann doch etwas langatmig.

Jetzt fang nicht an mit dem Kopf zu wackeln Bob!


Das klingt alles so negativ. Doch gefühlt war es gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Wie bereits angesprochen wurde hier eine grandiose Szenerie der Endzeit auf die Leinwand gezaubert. Der Soundtrack ist stimmig. Epische Gänsehaut Momente werden einem geboten. Trotz der Negativpunkte, über die ich mich wirklich ärgern könnte, weil ich soviel mehr erwartet habe muss ich sagen, dass ich trotz der zwischenzeitlichen Berieselung zu keinem Zeitpunkt gelangweilt war. Gegen Ende gab es noch einige Wendungen mit denen man nicht gerechnet hat und die vorher aufgebauten Lücken in der Geschichte werden so ziemlich alle geschlossen. Doch dann kam DAS Ende ... Ich fand es toll, grandios, heroisch ... bis der Regisseur sich dachte "ach komm da geht noch was" und für mich das Ende komplett zerstört hat. Ich saß da und kommentierte nur: "Warum? Warum das jetzt? Das macht alles kaputt!". Und ich würde mich nicht wundern, wenn dieses Gefühl, mit dem ich aus dem Kino gegangen bin, Schuld daran ist, dass dieser Text sich jetzt so negativ liest.

Fazit:


Tja, ich habe lange überlegt was ich Oblivion jetzt abschließend geben kann. Auf der einen Seite grandiose Unterhaltung mit Auge fürs Detail. Auf der anderen Seite gespickt mit "Unnötigkeiten", die man sich hätte sparen können. Ein zweites mal würde ich ihn mir vermutlich nicht reinziehen. Im Endeffekt gibt es von mir 70%
Meine Begleitung fand das Ende übrigens so wie es war perfekt und gibt Oblivion Gesamt 80%.

Eure Meinung:



Habt ihr euch Oblivion bereits angesehen und wenn ja, was ist eure Meinung? Freue mich auf Meinung.

Freitag, 29. März 2013

Heimkino-Review: Harodim


DVD / Blu-Ray Start: 22.03.2013
Laufzeit: ca. 96 Minuten
FSK: 16

Wendecover: Vorhanden
Ton: dts-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch

Extras: Making Of und Trailer

Regie: Paul Finelli
Cast: Travis Fimmel, Peter Fonda, Michael Desante

Kurzinhalt:

Der ehemalige Navy Seal Lazarus Fell (Travis Fimmel) verlor seinen Vater (Peter Fonda) bei den Anschlägen des 11. September. Auf der Suche nach den verantwortlichen hinter den Anschlägen täuscht er seinen eigenen tot vor um im Untergrund weiter zu ermitteln. Nach vielen Jahren gelingt es ihm einen der führenden Terroristen in seine Gewalt zu bringen. In seinem Versteck verhört er den Terroristen und erfährt Dinge die für ihn unmöglich zu glauben sind.


This movie is fiction and no fact


Harodim ist dokumentarisch angehaucht. Der komplette Film kommt mit nur 3 Hauptdarstellern aus, die im Zwiegespräch die Geschichte vorantreiben. Alles beginnt mit dem Terroristen und dem Ex-Navy Seal. Im Verhör erzählt der Terrorist gespielt von Michael Desante dem Seal seine Sicht auf die Dinge. Der Terrorist sei in Wirklichkeit das Opfer von einer Verschwörung und sei eigentlich nicht der Drahtzieher. Während Michael Desante seine Geschichte erzählt werden immer wieder Nachrichten, Interviews und weiteres Bildmaterial eingeblendet um die erzählte Geschichte zu untermauern. Langsam aber sicher schüren sich Zweifel in einem, ob das was man all die Jahre lang geglaubt hat überhaupt der Wahrheit entspricht. Nachdem die Zweifel gesät sind und sich eingenistet haben erscheint eine dritte Person im Verhörraum. Diese Person mimt die patriotisch amerikanische Seite. Versucht klar zu machen, dass alles nur Halbwahrheiten sind um Zweifel aufkommen zu lassen und verkauft die Vorgehensweisen als richtig. Als notwendiges Übel. Sowohl der Zuschauer als auch Lazarus Fell sehen hören sich beide Seiten an. Doch welcher der beiden Aussagen kann man trauen?

This movie is fiction and no fact


Kommen wir zu einigen Fakten. Michael Desante ist hier großartig. Es ist wahrlich nicht einfach einen Film nur durch seine Erzählungen voran zu treiben. Doch das gelingt ihm wunderbar. Durch die Einblendungen, die seine Erzählung untermauern wird man richtig hineingezogen. Will mehr über die Hintergründe erfahren. Leider Gottes hat ein Dialog immer auch einen Gegenpart. In diesem Fall in Form von Travis Fimmel. Er spielt einen verrückt gewordenen Navy Seal, der von seinen Erinnerungen aufgefressen wird und anscheinend einen an der Klatsche hat. Hier hätte ich mir als Gegenpart eher einen Seal erwartet, der knallhart ist. Doch der Navy Seal, den Travis Fimmel hier abliefert fängt irgendwann an komplett unnötig zu schluchzen an. Man merkt, dass er versucht einen verrückten zu spielen, doch das sieht alles viel zu aufgesetzt aus.
Die Einblendungen bewirken eine Vermischung zwischen Film und Wirklichkeit. Ist nun alles, wie die Macher sagen, Fiction oder doch Realität? Diese Frage wird nicht beantwortet. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Vieles bei dem man selbst sagt, dass es Quatsch ist könnte genau so sein und an anderer Stelle spielt uns der Verstand einen Streich.

Fazit:


Der Untertitel zu Harodim lautet: "Was wäre, wenn der Größte Terroranschlag der Geschichte ganz anders abgelaufen ist, als wir zu wissen glauben?". Man könnte denken, dass dieser lang geratene Untertitel passt. Doch wenn man genauer hinsieht dreht sich der Film nur in gewissem Maßen über den Anschlag auf das World Trade Center. Viel Platz nimmt auch die Kritik an der Politik und an den Medien ein.
Der Film selbst hat mich von Beginn an gefesselt. Das lag hauptsächlich an Michael Desante. Als jedoch Peter Fonda auftauchte verlor mich der Film. Ein Grund dafür ist sicherlich die Erzählweise von Peter Fonda. Die hatte auf mich eine ziemlich einschläfernde Wirkung - im wahrsten Sinne des Wortes. Doch die erste Hälfte ist wahnsinnig gut gemacht und regt zum Nachdenken und diskutieren an. Daher finde ich es super schade, dass er diese Qualität nicht durchgehend halten konnte.
Auch sehr Schade ist an dieser Blu-Ray, dass fehlende Bonusmaterial. Das Thema bietet soviel Spielraum. So viele Möglichkeiten. Und am Ende springen lediglich die Trailer zum Film und ein Making Of. Das Making Of ist aber sehr interessant und sollte man sich nach dem Film auch reinziehen.

Stark angefangen - Stark nachgelassen. Wenn man jetzt rangeht und, dass Gefühl mit dem man den Film verlässt - also dem schwachen Ende als Bewertungsgrundlage nimmt würde da nicht viel bei rumkommen. Doch das wäre dem Gesamtwerk absolut nicht angemessen. 
Deswegen gibt es abschließend immerhin noch 55% von mir.

Eure Meinung


Habt Ihr Harodim gesehen? Werdet Ihr euch Harodim ansehen und was denkt Ihr mehr Fact oder doch eher Fiction? Schreibts in die Kommentare!